Tutorials

Hier finden Sie in Form kurzer Tutorials einige Beispiele aus unserer umwelt- und entwicklungspolitischer Bildungsarbeit rund um den Themenkreis Regenwald. Für nicht kommerzielle Zwecke dürfen Sie diese Inhalte gern für eigene Bildungsmaßnahmen weiter verwenden.

Entstehung des Amazonas-Regenwaldes


Entwicklung der Artenvielfalt im Regenwald


Mangelware Licht - Im Inneren des Regenwaldes


Der Nährstoffkreislauf in heimischen Wäldern im Vergleich zum Regenwald


Wasserkreislauf und Brandrodung


Brandrodung und globale Erwärmung


Symbiose am Beispiel der Riesenseerose


Probiose am Beispiel Maracuja


Parasitismus am Beispiel der Würgefeige


Der Produktetisch
Ein beliebtes Modul, insbesondere bei Projekttagen an Schulen, ist unser so genannter Produktetisch. Darin enthalten sind rund zwei Dutzend Produkte, die bei uns im Alltag allgegenwärtig sind. Die Schüler sollen dann herausfinden, ob in diesen Produkten Bestandteile aus dem Regenwald bzw. den Tropen enthalten sind. Bei einigen Dingen, wie zum Beispiel Schokolade (->Kakao) fällt das nicht weiter schwer, komplizierter wird es schon bei der Zahnpasta, dem Kaugummi oder der Frage "Wie unterscheidet man heimische Hölzer von Tropenholz?". Einen kleinen Eindruck vermittelt das nachstehende Video:


Fairer Handel

Für den Verbraucher ist das heutige Angebot an Waren fast unüberschaubar. Preis, Qualität, Mode und Markennamen beeinflussen unser Konsumverhalten. Wer fragt sich aber beim Kauf von Bananen, Kaffee, Blumen, Textilien oder anderen Importwaren, wo und wie sie hergestellt wurden? Machen uns die Preise für typische Kolonialwaren nicht stutzig? Wer verdient an diesen Waren? Dass viele Produkte unseres täglichen Bedarfs aus armen Ländern kommen, ist den meisten bewusst. Jedoch die Preise, die die Plantagenarbeiter und Kleinbauern für ihre Produkte erhalten, reichen längst nicht aus, um deren Grundbedürfnisse zu befriedigen. Auch hat die arme Landbevölkerung wenig von den Exporteinnahmen. Die Gewinne fließen in die Staatskassen der Länder, aus denen die Waren importiert werden. Einen Teil der Gewinne streichen lokale Zwischenhändler und multinationale Konzerne ein. In der Kolonialzeit waren viele Länder im Süden auf den Rohstoffexport (Öl, Kaffee, Kautschuk etc.) ausgerichtet. Daran hat sich bis heute wenig geändert. Rohstoffe sind auf dem internationalen Weltmarkt billig zu haben, deshalb fallen Länder, die nur Rohstoffe exportieren, gegenüber den Ländern zurück, die Industriegüter oder Dienstleistungen mit einem wachsenden Weltmarktanteil exportieren. Ungerechte Welthandelsstrukturen, Zölle, Überproduktion und der geringe wirtschaftliche und politische Einfluss der Entwicklungsländer tragen ein Übriges dazu bei, dass die Waren der Armen auf dem Weltmarkt so billig sind.

Der Faire Handel unterstützt ProduzentInnen in den Entwicklungsländern, um ihnen eine menschenwürdige Existenz aus eigener Kraft zu ermöglichen. Durch gerechtere Handelsbeziehungen sollen die Lebensbedingungen der Menschen in den Ländern des Südens verbessert, die Binnenwirtschaft gestärkt und langfristig ungerechte Weltwirtschaftsstrukturen abgebaut werden. Zum Beispiel decken dabei die festgelegten Mindestpreise und Aufschläge die Produktionskosten und sichern das absolute Existenzminimum. Darüber hinaus kann auch in eine nachhaltige Zukunft investiert werden.

Der Faire Handel fördert gezielt die besonders benachteiligten kleinbäuerlichen Familien und deren Selbsthilfeinitiativen. Die Organisationen setzen sich für eine nachhaltige Entwicklung von Ökologie, Bildung und Frauenförderung ein. Die Kleinbauern sind an allen wichtigen Entscheidungen ihrer Genossenschaften direkt und demokratisch beteiligt. Das gilt insbesondere für die Kontakte zum Management, aber auch für die Verwendung des Mehrerlöses aus dem Fairen Handel.

Bei Plantagenprodukten wie Tee, Orangen und Bananen werden die abhängigen PflückerInnen gefördert. Sie sind die am meisten benachteiligten Glieder der Produktionskette und der Faire Handel hilft ihnen, selbstbewusster im internationalen Handel agieren zu können. Die Betriebe und Plantagen verpflichten sich zur Einhaltung der sozialen und ökologischen Mindeststandards. Vertreter der Plantagen und der Tagelöhner bilden ein Gremium, den so genannten „Joint Body“, das über die Verwendung der Fair-Handels-Prämien entscheidet.

Die Produzenten werden in den Bereichen Marketing und Produktionsverfahren zur Qualitätsverbesserung weitergebildet. Darüber hinaus werden Sozialprojekte wie Schulen und Gemeinschaftsräume, Werkzeuge, Brunnen, Apotheken, Schulstipendien und vieles mehr finanziert. Häufig hilft dies der Entwicklung einer ganzen Region. Insgesamt profitieren 250 Bauernkooperativen und Plantagen mit etwa 800.000 Bauern und Arbeitern in 40 Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas vom Fairen Handel.

Die Partner des Fairen Handels sind im Welthandel benachteiligte Produzentengruppen:
  • Kooperativen und Genossenschaften von Kleinbauern sowie
  • ArbeiterInnen in Großbetrieben bei Verhandlungen mit den Betrieben, die internationale Sozialstandards erfüllen müssen.


Von kommerziellen Handelsbeziehungen unterscheidet er sich durch
  • die Zahlung eines fairen Preises, d. h. eines Erzeugerpreises, der in der Regel über dem durchschnittlichen (Welt-)Marktpreis liegt und ein ausreichendes Einkommen für ein menschenwürdiges Leben ermöglicht
  • die Vorfinanzierung der Produktion auf Wunsch des Produzenten
  • angfristige Handelsbeziehungen, die eine größtmögliche Planung des Produzenten ermöglichen
  • den Direkteinkauf, d. h. Zwischenhändler werden weitestgehend ausgeschaltet
  • die Einhaltung grundlegender Sozialstandards in der Produktion (Kernarbeitsstandards der internationalen Arbeitsorganisation IAO)
  • die Förderung ökologisch verträglicher Produktionsweisen
  • die Förderung von Gemeinschaftsaufgaben im Gesundheits-, sozialen und politischen Bereich
  • die Unterstützung einer nachhaltigen Projekt- und Produktentwicklung

Die bedeutendsten Fair-Handels-Organisationen in Deutschland sind gepa Fair Handelshaus, El Puente, dwp mensch und zukunft, Dritte-Welt-Shop.

Mehr als 800 Weltläden verkaufen fair gehandelte Produkte. In den meisten großen und in vielen kleinen Städten engagieren sich Vereine nicht nur dafür, die Produkte aus Ländern Asiens, Afrikas und Südamerikas zu verkaufen. Ihre Aufgabe sehen sie auch darin, über die ProduzentInnen zu informieren – denn manchmal ist es schon interessant zu wissen, woher der Schokoriegel stammt.

Materialien zum Download
Eine Zusammenstellung verschiedener Materialien rund um das Thema Regenwald zum kostenlosen Download finden Siehier.

Zurück zum Anfang